Angebote zu "Ring" (21 Treffer)

Kategorien

Shops

Ring Damen Ring von JOOP!, Silber 925 rosévergo...
Unser Tipp
99,95 € *
zzgl. 5,95 € Versand

JOOP! Damen Echtschmuck Ring Silber 925 rosévergoldet Geschenkidee Geburtstag Klassisch, schlicht aber alles andere als gewöhnlich ist dieser schöne Ring der Premiummarke JOOP!. Gefertigt aus hochwertig rosévergoldetem 925er Sterling Silber sorgt dieser Ring durch einen fein geschliffenen Zirkonia (synth.) in reinstem Weiß für strahlende Momente. Inmitten des Modells gefällt eine klare JOOP!-Gravur, die sogleich die Schmuckmarke verrät. Alle JOOP! Schmuckstücke werden inklusive einer passenden Schmuckverpackung geliefert und eignen sich daher auch ideal als Geschenk.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Tresor 1934 Ring Sterling Silber Zirkonia weiß ...
29,95 € *
zzgl. 3,95 € Versand

Sie haben endlich die Frau fürs Leben gefunden und sind auf der Suche nach einem passenden Verlobungsring für den Heiratsantrag? Dieser Ring aus der Schmuck-Manufaktur Tresor 1934 wird sie garantiert begeistern. Das eher dezente, klare Design des Rings ist ideal für Frauen mit einem modernen Lifestyle. Er passt zu jedem Kleidungsstil und der geschliffene Zirkoniastein funkelt verführerisch beim kleinsten Lichteinfall. Ein wunderschöner Hingucker an ihrem Finger, den sie garantiert stolz jeden Tag tragen wird und sie immer wieder Sie erinnert. Aber auch zu anderen Anlässe, wie Jahrestag, Valentinstag oder Weihnachten schenken Sie ein Schmuckstück mit starker Symbolkraft. Oder wann haben Sie zum letzten Mal gesagt: „Danke, dass es Dich gibt!“ oder „Ich denke an Dich rund um die Uhr!“? Das wäre jetzt doch eine gute Gelegenheit! ALLGEMEINE INFORMATIONEN: • Ringart: Solitärring • Zielgruppe: Damen MATERIAL: • Basismaterial: Sterling Silber • Farbe Basismaterial: silber • Feingehalt: 925/- • Beschichtung: rhodiniert • Oberflächenbearbeitung: hochglanzpoliert MAßE: • Ringbreite mm, ca.: 3,0 STEINE: • Steinart 1: Zirkonia • Steinfarbe 1: weiß • Steinschliff 1: Brillantschliff - Bezaubernder Verlobungsring mit Symbolkraft - Hergestellt aus anlaufgeschütztem 925er Sterlingsilber - Hochglanzpolierter Solitärring - Mit funkelndem Zirkoniastein in Brillantschliff - Ein edles Schmuckstück, das jeden Tag aufs Neue an den großen Moment erinnert

Anbieter: mirapodo
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ring Damen Ring von JOOP!, Silber 925, Zirkonia...
Aktuell
79,95 € *
zzgl. 5,95 € Versand

JOOP! Damen Echtschmuck Ring Silber 925 Geschenkidee Geburtstag Muttertag Klassisch, schlicht aber alles andere als gewöhnlich ist dieser schöne Ring der Premiummarke JOOP!. Gefertigt aus hochwertig rhodiniertem 925er Sterling Silber sorgt dieser Ring durch einen fein geschliffenen Zirkonia (synth.) in reinstem Weiß für strahlende Momente. Rhodium ist eine Schutzschicht, die ein Anlaufen dieses Schmuckstückes verhindert und somit einen langanhaltenden Glanz garantiert. Inmitten des Modells gefällt eine klare JOOP!-Gravur, die sogleich die Schmuckmarke verrät. Alle JOOP! Schmuckstücke werden inklusive einer passenden Schmuckverpackung geliefert und eignen sich daher auch ideal als Geschenk.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Satisfyer Satisfyer 'Pro 3+'
39,99 € *
zzgl. 2,97 € Versand

Wie ein eleganter Panther auf der Jagd nach dem nächsten Höhepunkt - anmutig und kraftvoll - gleitet dieser geheimnisvolle Lustbringer in seidenmattem Schwarz für Dich durch die Nacht. Sein Ziel: Deine Lustperle. Hat er seine Beute erst einmal anvisiert, gibt es kein Entkommen, denn er hat Hunger! Mit 11 klassischen Satisfyer Druckwellen-Intensitäten und zusätzlicher Vibrationsfunktion lauert er geduldig, bis der perfekte Moment gekommen ist. Dann packt er Dich leidenschaftlich, schmiegt sich um Deinen Hot-Spot und überwältigt Dich mit unvergesslichen Orgasmen - Du hast keine Chance der Lust zu entkommen. Dabei schnurrt er zufrieden wie ein sanftes Kätzchen, während Du Dich vor Ekstase zuckend an ihn drückst und die Welt um Dich herum vergisst.Empfohlen von “freundin“:“Einladung zum Spielen - für alle die Lust haben, mal was auszuprobieren!“Empfohlen von “myself“:“Der Satisfyer Pro 3+ kommt im neuen Look: Elegantes Schwarz mit Details in Roségold, außerdem vollständig aus Silikon liebkost er Deine Klitoris mit Druckwellen und Vibration.“ Lass Dich von ihm schnappen!Mit dem neuen Satisfyer Pro 3+ aus medizinischem Silikon werden Deine feuchtfröhlichsten Träume wahr. Als Nachfolger der weltweit beliebten Satisfyer Druckwellenvibratoren kommt er mit neuartigem Design und zusätzlicher Vibrationsfunktion um die Ecke. So kombiniert er die intensive, berührungslose Klitorisstimulation durch Druckwellen-Impulse mit einem sinnlich vibrierenden Auflegekopf: Während im Inneren des seidig glatten Silikon-Rings ein schneller Wechsel zwischen Ansaugen und Druckimpuls in 11 Intensitäten für eine oralsexähnliche Gefühlsexplosion sorgt, massiert der Ring drum herum Dich mit 10 verschiedenen, prickelnden Vibes. Die Funktionen sind getrennt voneinander steuerbar, sodass Du insgesamt 110 Kombinationsmöglichkeiten entdecken kannst - aber Vorsicht: unvergessliche Orgasmen sind hier vorprogrammiert, besonders dank der extra weichen Supersoft-Kappe, die sich ganz zart um Deine Liebesperle schmiegt. Ergonomisches DesignDas Design des Satisfyer Pro 3+ kombiniert ein edles, seidenmattes Finish in mysteriösem Schwarz mit metallic-schimmernden Highlights. Die dezenten Kurven, eine schlanke Form sowie die intuitive Bedienung sorgen für eine maximal komfortable Handhabung und unterstützen Dein Lusterlebnis mit einem luxuriösen Gefühl. Während der hübsche Lustbringer perfekt in der Hand liegt, verwöhnt der breite Auflegekopf Deine Lustperle umfassend mit seinen beiden Funktionen, die dank des flüsterleisen Motors kein Aufsehen, sondern nur Dich erregen. Mit seiner wasserdichten Verarbeitung (IPX7) lädt er Dich außerdem zu heißen Abenteuern unter der Dusche oder in der Badewanne ein. Unter Wasser ist das prickelnde Gefühl sogar noch intensiver!Gib ihm Power Dein Toy ist mit integrierten Akkus ausgestattet und somit umweltfreundlich wiederaufladbar. Das beiliegende USB-Magnetladekabel kann bei Bedarf durch einen handelsüblichen Netzstecker mit 5V ergänzt werden. Noch mehr Spaß mit Gleitmittel Für ein maximal geschmeidiges Vergnügen verwende Dein Toy stets mit einem der ideal auf das Produkt abgestimmten, wasserbasierten Gleitmittel von Satisfyer. So wird Dein Erlebnis feuchtfröhlich intensiv und erhält einen zusätzlichen Abwechslungsfaktor. Du kannst sie in den Varianten Klassik, Seidig und Wärmend erhalten. Die wasserbasierte, vegane Zusammensetzung schont das Material und hält die seidenmatte Oberfläche Deines Lustbringers schön geschmeidig. Material und PflegeDer Auflegekopf besteht aus seidig glattem, medizinischem Silikon. Der weiche Aufsatz mit der Supersoft-Kappe schmiegt sich ergonomisch an und umschließt die Klitoris sehr sanft und passgenau. Unter lauwarmem Wasser lässt sich das Toy mit etwas Seife unkompliziert reinigen. Mit etwas desinfizierendem Toycleaner sorgst Du im Anschluss rundum für besonders gründliche Hygiene - am besten mit dem perfekt abgestimmten Desinfektionsspray von Satisfyer.Die Marke SatisfyerSatisfyer - viel mehr als eine deutsche Marke! Alles begann mit der berührungslosen Stimulation der Klitoris dank innovativer und patentierter Druckwellentechnologie - mittlerweile bereichert die weltweit führende Sexual Wellness Marke das Liebesleben von weit über 25.000.000 Millionen Frauen, Männern und Paaren in über 100 Ländern mit einem vielfältigen Produktsortiment sowie stets neuen Ideen und modernsten Technologien. Mit Qualitätsmerkmalen wie hochwertigem Silikon, 15 Jahren Garantie, wasserdichter Verarbeitung und leistungsstarken Motoren ist die deutsche Erfolgsmarke stets darauf bedacht, in ihren Produkten Technologie mit außergewöhnlichem Design zu verbinden. Alleine in den letzten 3 Jahren hat es Satisfyer wie keine andere Firma geschafft über 140 internationale Design-Awards zu gewinnen. Darunter gleich 6x den Red Dot und 12x den IF Design Award.

Anbieter: Eis
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ring für Damen aus Edelstahl mit Kristallen von...
Bestseller
35,99 € *
zzgl. 5,95 € Versand

s.Oliver Damen Echtschmuck Ring Edelstahl Swarovski® Geschenkidee Muttertag Ein glänzender Basic Ring samt Funkelfaktor für jeden Tag? Dann sind Sie bei diesem Schmuckstück genau richtig. Gefertigt aus hochwertigem Edelstahl, ist dieses Schmuckstück von s.Oliver Echtschmuck der ideale Begleiter für Sie. Der fein geschliffene Swarovski® Kristall in sattem Grau sowie die vielen kleinen weißen Kristalle verschaffen Ihnen glänzende Momente und viele Bewunderer.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
19,80 € *
zzgl. 5,95 € Versand

»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ring für Damen mit Swarovski® Kristall aus 925e...
Unser Tipp
59,99 € *
zzgl. 5,95 € Versand

s.Oliver Damen Echtschmuck Ring Silber 925 Swarovski® Geschenkidee Muttertag Aus 925er Sterling Silber gefertigt und einer Breite von 8 mm, ist dieser Damenring von s.Oliver Echtschmuck der perfekte Begleiter für jeden Tag. Ein fein geschliffener Swarovski® Kristall in anthrazit veredelt die Mitte des Ringes und schafft funkelnde Momente. Eine Schutzschicht aus Rhodium verhindert ein Anlaufen und ist dadurch besonders hautverträglich.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
23,10 € *
zzgl. 5,95 € Versand

»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ring für Damen aus Edelstahl mit IP Rose und Kr...
Topseller
39,99 € *
zzgl. 5,95 € Versand

s.Oliver Damen Echtschmuck Ring Edelstahl Swarovski® IP Rose Geschenk Muttertag Ein glänzender Basic Ring samt Funkelfaktor für jeden Tag? Dann sind Sie bei diesem Schmuckstück genau richtig. Gefertigt aus hochwertigem Edelstahl mit einer Ionenplattierung in schönem Gold, ist dieses Schmuckstück von s.Oliver Echtschmuck der ideale Begleiter für Sie. Der große, fein geschliffene Swarovski® Kristall in strahlendem Weiß sowie die vielen kleinen Kristalle verschaffen Ihnen glänzende Momente und viele Bewunderer.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
22,00 € *
zzgl. 5,95 € Versand

»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ring für Damen mit Swarovski® Kristall aus 925e...
Topseller
59,99 € *
zzgl. 5,95 € Versand

s.Oliver Damen Echtschmuck Ring Silber 925 Swarovski® Geschenkidee Muttertag Ein glänzender Basic Ring für jeden Tag? Dann sind Sie bei diesem Schmuckstück genau richtig. Gefertigt aus 925er Sterling Silber und einer Breite von 8 mm ist dieses Schmuckstück von s.Oliver Echtschmuck der ideale Begleiter für Sie. Der fein geschliffene Swarovski® Kristall in reinem Weiß verschafft Ihnen glänzende Momente. Durch die Rhodinierung wird ein Anlaufen verhindert, sodass der Ring das perfekte Accessoire für den Alltag ist und zudem lange glänzend schön bleibt.

Anbieter: Happy Size
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
24,20 € *
zzgl. 5,95 € Versand

»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Jadu - Weltenbrand Tour 2020
23,00 € *
zzgl. 5,95 € Versand

»Nachricht vom Feind«Auf ihrem Debütalbum »Nachricht vom Feind« verzahnt die Berliner Sängerin Jadu auf clevere Weise Gesellschaftskritik und martialische Stilfiguren, Dream Pop und subtile Erotik. Das Album ist das auf allen Ebenen hervorragende Ergebnis einer langjährigen musikalischen und menschlichen Suche.»Über den Kampf ins Spiel kommen« ist eine Phrase, die man vor allem aus dem Fußball kennt. Eleganz ist damit nicht gemeint, sondern jene angeblich deutschen Tugenden: Blutgrätsche, Selbstaufgabe, das Ziel ist der Weg. Mithin also ein Koordinatensystem, in dem der sportliche Wettkampf synonym für Krieg steht. »Nachricht vom Feind«, das Debütalbum der Berliner Sängerin und Songschreiberin Jadu, hat mit dieser Interpretationsebene gleichzeitig alles und nichts gemein.Die Songs auf diesem Album erzählen nicht zuletzt von den Kämpfen, welche Jadu aufpersönlicher und künstlerischer Ebene ausgefochten hat. Die Sängerin bedient sich dabei militärischer Metaphern und martialischer Stilfiguren, ihre Musik lebt aber ebenso von Zweifeln, einem virtuos betriebenen Spiel mit Antagonismen, von düsterer Erotik und derLust am Abgrund. So verdichtet Jadu vermeintliche Gegensätze auf bestechende Weise zueiner in dieser Form noch nicht gehörten Rockmusik.Im Grunde wird der Kampfbegriff auf »Nachricht vom Feind« umfassend musikalisch durchdekliniert, denn Kampf bedeutet natürlich auch: Zerrissenheit, Zwiespalt, Spannungszustand, Ambivalenz. »Ich habe mein bisheriges Leben überwiegend als Kampf empfunden«, sagt Jadu. »Die Schule war ein Kampf, die Liebe sowieso, ich habe um Freundschaften gekämpft, um Anerkennung, um die Liebe meines Vaters, um Selbstakzeptanz und einiges mehr. Darüber habe ich ein Faible für militärische Ästhetik entwickelt.« Das Militärische ist hier also eine Metapher für innere und äußere Kämpfe. Geboren in Bad Essen, Landkreis Osnabrück, will Jadu von Anfang an eigentlich immer nur raus: aus der Provinz, der Schule, den Umständen. Bad Essen ist eins jener Provinzkäffer, in denen es für Leute wie Jadu nicht mehr zu tun gibt als warten, bis man alt genug wird, um die beste Straße der Stadt zu nehmen ? also jene, die aus ihr hinausführt. Und so lässt sie das alles über sich ergehen, so lange es gesellschaftlich vorgegeben ist. Bricht dann die Schule ab, macht eine Ausbildung in Osnabrück. Aber ihre Sehnsucht ist größer alsOsnabrück. Viel größer.Jadu ist gerade einmal 19 Jahre alt, als sie all ihren Mut und ihre Sachen zusammenpackt und auf eigene Faust nach Berlin geht. »Wenn man sich für Kunst und Musik interessiert, ist Berlin der totale Sehnsuchtsort, wo alles brodelt«, sagt sie. »So habe ich mir das jedenfallsimmer vorgestellt.« Die Mutter hat Bedenken, in Kreuzberg würden immer die Autos brennen, was man in der Provinz eben so liest von der großen Stadt. Aber Jadu muss da jetzt hin!Keine Missverständnisse: Die Familie war und ist für Jadu ein Hort der Geborgenheit. Weitgehend ohne Vater aufgewachsen, haben ihre Mutter und ihre Schwester sie nachhaltig geprägt. Erstere ist Künstlerin, die Schwester Sängerin und Schlagzeugerin, Jadu hat oft mitihr zusammengearbeitet. In ihrer Kindheit waren die Soul-Platten der Mutter ebenso wichtig wie die Djembe-Trommeln des Vaters, auch wenn Jadu ihre Herzensmusik auf eigene Faust entdeckt: Die Schwester hörte Alicia Keys, Jadu natürlich Rammstein, Marilyn Manson,Marlene Dietrich, Wagner. Das alles: auf unterschiedliche Weise Kampfmusik. Auch Berlin ist zunächst ein Kampf: Jadu macht »irgendwelche Trotteljobs«, wie sie sagt. Arbeitet als Komparsin beim Film und in der Werbung, schließlich einige Jahre alsImmobilienmaklerin, ein Job, in dem es darum geht, die Konkurrenz auszustechen, schneller zu sein als die anderen, den Leuten kämpferisch Dinge anzupreisen. Viel wichtiger waren aber bereits damals die Bands, in denen sie schon in Osnabrück gespielt hatte, sowiegenerell Musik: ihre Gitarre, das Schlagzeug, ihr erstes Instrument überhaupt.Gesungen hat Jadu zunächst nur unter der Dusche zu Marilyn Manson, aber irgendwann wird diese Stimme tief in ihr immer deutlicher: Sie muss eigene Songs schreiben und sie natürlich auch selbst singen, irgendwo muss das alles ja mal hin. Musik ist ihr wahrer Sehnsuchtsort, ihre Erfüllung, das sollte jetzt mal ausformuliert werden. Sie beginnt also zu schreiben. Erst alleine, zu Hause am Computer, die Songs dieser Phase spielt sie niemandem vor, im Grunde beginnt hier bereits die Arbeit an »Nachricht vom Feind«.Die Musik, die Jadu im Kopf hat, gibt es da draußen nicht. Also muss sie sie selbst machen. Eine große Unterstützung auf diesem Weg ist ihr Ehemann, der Rostocker Rapper Marteria. Das sich gegenseitig befruchtende Verhältnis der Eheleute beschreibt Jadu nicht zuletzt in dem Song »Feldzug Berlin«: Ich hab Ausdauer, kann tagelang marschieren/Rostocks Hauptmann ist mein 1. Offizier/Flügel ausgebreitet, ich bin ein Lacin« singt sie da. Und das fließt nun alles in diese Songs: Ihre Liebe zu guten Film-Scores, zur klassischen Musik, zum Drama, zur großen Geste, zu martialischer Rockmusik. Dazu: Diese bildreiche, metaphorische Sprache, oft verklausuliert, immer auf den Punkt, geprägt von den eigenen Erfahrungen und denen der anderen. Die frühe Findungsphase mitgerechnet, arbeitet sie insgesamt dreieinhalb Jahre an »Nachricht vom Feind«. Als irgendwann alles geschrieben, vorproduziert und arrangiert ist, geht sie mit den Produzenten Ben DMA, Dead Rabbit und Nobodys Face ins Studio und bringt ihre Songs auf die große Leinwand. Die Streicher müssen echt sein, die Gefühle sind es sowieso: »Nachricht vom Feind« wird endgültig zum Leben erweckt.Und weil das alles ihr Baby ist, von Anfang bis zum Ende, gibt sie nichts aus der Hand: Jadu gründet eine Plattenfirma mit einer guten Freundin, die auch das Management übernimmt ? dem Zufall und vermeintlich guten Ratschlägen anderer soll hier nichts überlassen werden.Jadu hat stets ihren Instinkten vertraut, auch deshalb ist »Nachricht vom Feind« das Album geworden, das alles, was von Bad Essen bis hierhin passiert ist, in sich trägt und noch viel mehr.»Uniform« beginnt mit dem charakteristischen Knistern einer aufs Vinyl herabsinkenden Nadel, dieses wohlige Geräusch, das man unter tausend anderen jederzeit identifizieren kann. Man fühlt sich zu Hause. Dann symbolisieren bombastische Keyboardflächen von wagnerianischem Ausmaß das Autoritäre, was die meisten Leute mit Uniformen verbinden: erhaben, gebieterisch, hierarchisch. Dann kommt diese Stimme, in die Stille hinein, allen Raum ausfüllend: »Erster Mai, seh aus wie?n Löwe/Meine Haare auf Krawall gebürstet/Schellen um die Hand/Stell mich an die Wand/Will doch nur das du mich tröstest«, singt sie. Nicht nur hier ist es eine ironisch konnotierte, erotisch aufgeladene Symbolik. So verbindet Jadu Sadomaso-Fantasien mit substanzieller Gesellschaftskritik. Von diesem Spiel mit Gegensätzen und Abgründen lebt auch »Blitzkrieg«, ein Song über häuslichen Missbrauch: »Blitzkrieg, den niemand mitkriegt/Blaue Augen, seit es dich gibt/Blaue Augen seit ich dich lieb.« »Ich kenne so viele Leute, die Missbrauch erlebt haben«, sagt sie. »In der akuten Situation, ob familiär oder in der Beziehung, ist es oft sehr schwer, da irgendwie rauszukommen. Da hilft es nach meiner Erfahrung manchmal schon, sich überhaupt verstanden zu fühlen.«Auch »Todesstreifen«, ein Song über Depressionen, spielt mit Kriegs-Metaphern. »Du fühlst dich während einer Depression ja auch wie im Krieg«, sagt Jadu. »Du führst einen Krieg gegen dich selbst, und unbewusst auch gegen dein Umfeld«. Das erhabene »Friedliche Armee« singt Jadu dann gemeinsam mit ihrer Freundin und langjährigen musikalischen Wegbegleiterin Nessi. Der Song ist ein verklausulierter Umweltschutz-Appel aus der Sicht von Bäumen, aber da muss man überhaupt erst mal draufkommen. Auch hier wieder: Tod, Armeen, Krieg. Ein eleganter Schachzug, durch den Jadu ihre Themen camoufliert und vielschichtig interpretierbar hält. Die Musik, die Jadu zu diesen Themen geschrieben hat, nennt sie selbst Military Dream Pop und tatsächlich verdeutlicht dieser Begriff ganz gut, worum es hier geht: Ihre Leidenschaftfür industriellen Brachialrock verzahnt die sie auf treffliche Weise mit Dream-Pop-, barocker Gothik und Trip-Hop-Anklängen. So entsteht ein facettenreicher, im besten Sinne zeitloser Stilmix mit maximaler Pop-Sensibilität. Dankenswert auch, dass Jadu sich jener Form vongesanglicher Hochleistungsartistik verweigert, wie sie in diesem Land viel zu oft als Ausdruck tiefster Gefühle missverstanden wird. Die Sängerin ist ihren Themen verpflichtet, jedes Wort, jedes Hauchen, jeder Ton und jede Wendung unterstreichen ihr Anliegen, nichts lenkt davonab.Immer wieder erweist sich Jadu in diesen Songs als kompromisslose Grenzgängerin ohne Angst vor Tabubrüchen. »Sirenen & Wagner« etwa ist ein Song aus der Perspektive von ? ausgerechnet! ? Eva Braun, der Geliebten Adolf Hitlers. Wie es Jadu aber dann gelingt, dienaive, anhimmelnde Perspektive der zu Beginn der fatalen Affäre erst 17-jährigen Braun einzunehmen, macht den Song zu einer Metapher über die Kunst der Verführung. »Das ist natürlich ein krasses Beispiel, aber ich glaube, solche Beziehungen gibt es häufig«, sagt sie.»Solche Leute sind derart blind vor Liebe, dass sie dem Partner bis in den Tod folgen.« Auch hier also wieder: Missbrauch, nur auf eine andere Weise. Denn letztlich geht es in »Sirenen & Wagner« natürlich nicht nur um Eva Braun, sondern um uns alle, damals undheute. Die brandgefährliche, hochaktuelle Frage: Wie konnten Millionen von Menschen diesem Verführer auf den Leim gehen, wie funktioniert die fatale Psychologie der Massen? »Sind nun endlich auf ewig verbunden/Den Ring steckst du mir an/Mein letztes Geschenk an dich/Schenk dir mich und du schenkst mir Gift«, singt Jadu. Dieses Gift wirkt bis heute. Wir sind alle multiple Persönlichkeiten. Und Jadu ist eben eine starke Kämpferin mit einem Hang zur Melancholie. Musik ist ihr Schutzschild, ihre Uniform, wenn man so will. Und »Nachricht vom Feind« ist dann eben doch: ein erkämpfter Sieg. Zumindest für den Moment.

Anbieter: Konzertkasse
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Ich will dich jetzt ... und für immer!
3,40 CHF *
ggf. zzgl. Versand

Was für eine Nacht! Verkatert kommt Racy im Hotel in Las Vegas zu sich. Erst hat sie die Barkeeper-Meisterschaft gewonnen, dann ihre heimliche Liebe Gage wiedergetroffen und ... Moment mal! Was macht der Ring an ihrem Finger? Und was macht Gage, ultrasexy und nackt, in ihrem Bett?

Anbieter: Orell Fuessli CH
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot
Der Germanenmythos im Drama des 19. Jahrhunderts
57,90 CHF *
ggf. zzgl. Versand

Inhaltsangabe:Einleitung: Das Jahr 2006 brachte im Zuge der Fussball-Weltmeisterschaft eine Debatte hervor, die in dieser Form seit langem in Deutschland nicht mehr präsent war. Die Stichworte lauteten Patriotismus und Vaterlandsliebe. Politiker und Journalisten, die sich diesem Thema stellten, waren schon im Vorfeld um eine Definition dieser Begriffe bemüht. Roland Koch sagte in einem Interview: 'Patriotismus ist die Liebe zum eigenen Land. [...] Man entwickelt die Liebe zum Land durch Vorbild, Erfahrung und Gewohnheit.' Der Journalist Giovanni di Lorenzo schrieb in einem Artikel in der Zeit: 'Patriotismus braucht [...] das Bewusstsein einer halbwegs ruhmreichen Vergangenheit, die Auflehnung gegen einen Besatzer oder den Sieg über einen Unterdrücker im Inneren. Aus einer kollektiven Erfahrung der erkämpften Freiheit und Einigung erwächst ein identitäts- und demokratiestiftender Patriotismus.' Welche Vorbilder und historischen Ereignisse der deutschen Vergangenheit könnten dieses patriotische (Selbst-) Bewusstsein hervorbringen? Betrachtet man zwei weitere kulturelle Ereignisse des Jahres 2006, stehen zwei Gestalten im Fokus des Geschehens: Arminius und Siegfried. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen, die Pfingsten eröffnet wurde, beginnt mit Exponaten zur Varusschlacht bei Kalkriese. Gezeigt wird das Visier eines römischen Reiteroffiziers, der im Jahr 9 n. Chr. an der Schlacht gegen den Cheruskerfürsten Arminius teilnahm. Grund für den Einstieg mit der Römermaske war folgender: 'Die ganze Historie der Deutschen zu zeigen, ist schon deshalb ein schwieriges Unterfangen, weil es während des grössten Teils dieser langen Geschichte weder Deutschland gab noch ein deutsches Nationalbewusstsein noch eine deutsche Nation. Und so nahm die Museumsleitung die Sprache als entscheidendes Moment: Im Bericht des römischen Geschichtsschreibers Tacitus über die Niederlage des Varus wird der Begriff Germanen zum ersten Mal verwandt.' Die deutsche Geschichte beginnt demnach mit dem Sieg des Arminius über Varus und dem Ende der römischen Besatzung in Germanien. Ein weiterer Kulturhöhepunkt im Sommer 2006 waren die Bayreuther Nibelungen-Festspiele mit der Neuinszenierung von Richard Wagners Musikdrama Der Ring des Nibelungen durch Tankred Dorst. Siegfried ist in diesem Stück ein ungestümer Held, [...] ein junger Mann, wild, stark und ohne Angst, der gegen die germanischen Götter rebelliert [...]

Anbieter: Orell Fuessli CH
Stand: 18.09.2020
Zum Angebot